Vorletztes Wochenende hatte ich 16 Stunden lang einen Erste-Hilfe Kurs.
Ich war nervös.
Durch das 3/4 Jahr mit Julia - den ständigen Krankenhaus und Psychiatrieaufenthalten sowie dem ständigen Kontakt mit dem Rettungsdienst hatte ich Sorge, jemand würde mich in der Leitstelle erkennen.
Meine Sorge erwies sich am Sonntag als befürchtet.
Der Samstag dagegen war super.
Die Gruppe war motiviert - das lernen machte Spaß.

Der Sonntag war, wie gesagt, nicht so schön.
Mir liefen Leute über den Weg, die ich erkannte und umgekehrt.
Zudem behandelten wir das Thema Wunden.
Stichwort arterielle Spritzblutung.
Ich spürte es ja bereits.
Eine Freundin hatte das mal gehabt, bei einer Selbstverletzung.
Meine Mutter kam im Anschluss und wir gingen Essen.
Das war dann auch schon egal.
Sie kam noch mit aufs Zimmer.
Oder sollte ich schreiben: Sie GING nach 5 Stunden?

Selbstverletzungen haben bei mir innere Gründe - keine äußeren!
Klar - äußerlicher Stress macht mich anfällig, aber man kann NICHT sagen, dass ich es nur deshalb tue.
Es gibt auch schöne Tage, wo ich halt einfach "möchte".
Oder einfach WEISS, dass es noch kommt, es mich aber nicht derart stört.

So war es auch sonntags, aber mit Stress.
Ich wollte das oben genannte und auch NICHT, weil ich KEINE Aufmerksamkeit wollte.
Oder doch?

Es passierte (zum Glück?) nichts, doch es wurde wieder ein abendliches Ritual.
An einer Stelle.

Am Montag machte ich mein handout für mein Referat.
Sie Personalchefin, die zufällig da rumstand, erhaschte einen Blick darauf und meinte, dass etwas fachlich nicht stimmte.
Hätte ich besser recherchiert, wüsste ich das.
Sie beantwortete mein verwirrtes nachfragen nicht, sondern ging.
EINEN TAG VOR DEM REFERAT!!! emotion

In der Beratungsstelle erstellte ich den kompletten schriftlichen Teil, und schlief dann auch nach dem Ritual.
Das Referat lief okay.
Besser als 2, meinte der Lehrer - die endgültige Note bekomme ich morgen gesagt.

Ritual und eine scheiß Leere und Verzweiflung.
Schmerzen und Unruhe.
Ich hab keine Lust mehr, will nicht!
Gehe ins Krankenhaus.
Warte eine Stunde und tigere den Gang hoch und runter, runter hoch, hoch runter......................
Widerstehe dem Drang, heim zu gehen - zu flüchten.
Endlich komme ich dran.
Eine ältere Krankenschwester weisst mir die Liege an.
Sie möchte den Verband abwickeln, aber ich fürchte, dass es klebt und weh tut.
Also erledige ich das selbst.
Sitzend.
Ich komme mir sagenhaft ausgeliefert vor, beim nähen zu liegen.
Vor allem, beim warten, wenn außer mir keiner im Raum ist, sitze ich.

Die Schwester schaut vorsichtig unter den Mull.
"Oha!!!"
Das war heftig für mich.
Ihre Reaktion.
Ich zappelte sofort wieder und hatte einen irren Bewegungsdrang.
Während das Desinfektionsmittel einwirkte ging sie raus und ich setzte mich auf.
Kontrolle.
In meiner Bauchtasche vom Pulli spielte ich mit meinem Schlüsselbund.
Die Schwester kam und sah mich mit einem "Das ist jetzt aber nicht wahr" Blick an.
"Ich lieg nicht so gern, aber ich mach gar nix!!!" beteuerte ich.
"Was haben Sie da?"
"Nur meinen Schlüssel!!!"
Wie sie aussah hatte sie wohl gedacht, ich hätte noch etwas scharfes dabei und wäre im Begriff...
War ich aber nicht! Oo
Sie war dann auch wieder lieb emotion
Eine junge Assistenzärztin kam rein.
"Sooo, was ist denn passiert?"
Rhetorische Frage, dachte ich und sagte besser gar nichts.
Auch sie hob den Mull an und regte sich sofort total auf.
"Von wann ist das???"
"Von heute" sagte ich mit einer Spur von Verzweiflung. "Aber ich hab n paar Tage dran rumgemacht."
"Und wie lang ist das schon so tief?"
"Ich weiss es nicht.
Wirklich!!"
Mir fiel tatsächlich erst am nächsten Tag ein, dass es am Sonntag angefangen hatte.
"Ich kann das gar nicht richtig nähen!"
...
Sie fragte wegen Therapie etc.
"Trauma?"
"Joa"
"Wegen was?"
"Ooooooooch, nichts dramatisches"
Sie fragte nicht näher.
"Stationär?"
"War ich bis Januar."
Sie "Hat nichts gebracht?"
Ich vage "Doch, schon.."
Sie "Sieht man!"
Ich habe ihre Art unangenehm, aber hilfreich empfunden.
Glasklar.
"Sie müssen morgen wieder kommen, zur Kontrolle"
"Ich arbeite bis 17 Uhr" sagte ich.
"Zwischen 8-12 Uhr"
"Das geht nicht, ich bin noch in der Probezeit."
"Wir können da was schreiben."
"Trotzdem. Ich hab Desinfektionszeug daheim, ich könnte ja..."
"Nein"
"Oder am Donnerstag - da hat ne Praxis bis 19 uhr auf"
"Nein. Morgen. Entweder hier oder in der Uni, wo Sie ja wohl nicht hin wollen"
"Stimmt..."
"Es ist Ihre Entscheidung. Wenn der Arm mal ab ist, ist er halt ab"
Tränen stiegen in mir auf.
"Ich kann auch in der Psych anrufen"
"Warum soll ich in die Psych???" fragte ich.
"Weil ich heule?"
"Nein, weil sie sich so tief verletzt haben"
"Als ob das was Neues wäre" sagte ich abweisend/genervt.
"Also, ich geb Ihnen jetzt einen Termin für morgen, ob Sie kommen oder nicht ist Ihre Sache.
Sie sind 20 Jahre alt und zwingen kann ich Sie nicht.
Ich sag Ihnen nur, was sinnvoll wäre"

Ich ging dann immer noch mega niedergeschlagen heim.
Hatte Schiss, von wegen "wenn er ab ist, ist er halt ab"Ging ohne Termin.

Schlief.



Die Arbeit lief soweit gut, außer dass ich jede Menge Klopapier unter den Verband schob, weil es durchkam.
Sie hatte es nicht richtig nähen können, nun ist es teiloffen.
Der Donnerstag und Freitag waren auf der Arbeit klasse!
Ich bekam eine supermegaübertolle Rückmeldung über die 4 Wochen emotion

Heute war der erste Tag in der Frauenklinik.
Das war OKAY.
SCHÖN wird es immer erst, wenn ich was machen darf

Ich durfte aber mehr als im letzten am ersten Tag ^^
Pat. ins Wartezimmer setzen emotionDas ist so gestört - Privatpat. sitzen wo anders als Kassenpat.

Natürlich kleiner, ruhiger und entsprechendem Komfort ^^

Morgen ist Schule, bin freudig erregt wegen der Note im Referat emotion

14.11.11 17:22

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(14.11.11 17:32)
drück Dir die Daumen, dass es eine sehr Gute Note morgen wird.


stellinchen (14.11.11 17:42)
Thanks.
Ähm, wer bist Du ^^

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