Positives

blaa

Hallu...

Ich... hab einfach... die Kontrolle verloren...
Ich habe also eine neue Mission: Ich
will
diesen
Körper
zerstören!

Es geht nicht anders.
Sie ist zu groß - diese Energie.
Und ich fühle mich neutral.
Seltsam, was...
Der Teil, der mich früher oft vor dem Hass geschützt hat, zuckt jetzt mit den Schultern und sagt "IIIIICH halt mich da raus! Mach was du willst"
Mann, scheiße, aber ich fühle diesen Frieden in mir!
Den absoluten Frieden...
Und wenn es um meine Gesundheit geht, fühle ich Hass und Verachtung!
Ich habe den Kopf und die Gedanken nicht unter Kontrolle, was svv, intox, suizid angeht, also lass ich diesen Körper am ausgestreckten Arm verhungern. -.-
Soll "er" doch sehen, wie er klarkommt!

Mein Kreislauf ist angeschlagen.
Ich fühle mich GUT!!!
Wohl auch irgendwie sadistisch.
Ich will diesen Körper am Boden sehn! Und ICH hab Kontrolle -.-
So ungefähr meine aktuellen Gedankengänge...

2 Kommentare 30.6.10 17:54, kommentieren

Wenn die scheiße dich einfach nur überrolt und plattmacht

 


Bild

25.5.10 13:59, kommentieren

Brief an Thomas am 16.02.2010

Huhu,
so, habe meine 3 Tage abgesessen und darf heute gehen.
Ich hoffe, dir geht es halbwegs gut. Wir kennen uns ca 10 Monate, wie Julia, aber ich weiss fast nichts von dir. Ich weiss nur, dass du mir genauso wichtig bist, wie Julia wichtig für mich ist und dass ich mir nicht vorstellen kann und will, dass du wegen dieser scheiß Krankheit mal nicht mehr da bist.
Bisher war ich eigentlich auch immer Pro Suizid. Das war immer eine Erleichterung, der Gedanke, gehen zu können. Wenn nichts mehr geht, ich mit dem Rücken zur Wand steh, ist das bei dir auch so?
Ich kann ehrlich gesagt nicht mal sagen, seit wann sich das geändert hat.
Tatsache ist, es hat sich geändert.
Ungewohnt, extrem ungewohnt, aber gut.
Ich hab dir ja erzählt, dass ich hier bin, weil es sich wieder anders angefühlt hat.
"Ich will das behalten" Die vertraute Hölle ist einer unbekannten vorzuziehen. Aber seit kurzem ist in mir die Erkenntniss gereift (*sarkasmus aus*) das es genau 2 Wege gibt: gesund werden oder sterben.
Ich gebe es zu, bisher war mir letzteres lieber. Weil gesundwerden garantiert sau anstrengend ist. Weil ich es ja nichtmal wirklich wollte. Ich könnte seitenweise Gründe nennen, warum sterben besser ist. Ich hatte auch immer dieses Gedankenspiel "Idiotensichere Methoden sich umzubringen".
Eigentlich ist es paradox, aber seit ich das Gefühl habe, es mit den Medis, die ich habe, zu schaffen, möchte ich es wirklich nicht mehr.

Vor genau 3 Jahren begann meine Psychiatriekarriere und ich bin zwar um einige Diagnosen reicher, aber trotzdem keinen Schritt weiter gekommen.
Ich habe das Gefühl, seit Jahren auf einem Y zu hocken. ` / aber ich gehe weder den einen, noch den anderen Weg richtig. Ich renne immer abwechselnd ein paar Meter den einen, dann bekomm ich schiss, den falschen Weg gewählt zu haben, renn wieder zurück und probier den anderen. So geht das schon seit Jahren.
Ich reite mich einerseits immer tiefer in die Scheiße und bekomme es dann doch irgendwie hin, mich zu retten. Mein rechter Arm sieht aus wie scheiße, ein Teil ist taub, ein Teil pelzig, ich war innerhalb von 3 Jahren insgesamt und in immer kürzeren Abständen über 10 Mal in der Psychiatrie und gleichzeitig fange ich dieses Jahr entweder die 11. Klasse oder Ausbildung an. Wenn ich das nicht endlich mit einem halbwegs gesunden Essverhalten hinbekomme, habe ich gute Chancen, mal keine Kinder bekommen zu können.
Scheiß Vorstellung!
Und auf der anderen Seite habe ich bei 90% der Leute voll das perfekte Image, kann man sich so gar nicht vorstellen *lach*
Dafür ist es bei den restlichen 10% komplett im Arsch. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs gänzlich ungeniert.
Am Freitag hab ich mir mal wieder extrem Leid getan!
Weil ich mich um 180° drehen muss, obwohl ich überhaupt nicht weiss, wie, und es auch gar nicht will.
Aber in den Unterlagen der DBT Station stand das Selbe und auch, das es ungerecht ist.
Da kann ich mir zwar nichts kaufen für, aber irgendwie tröstlich ist es doch.
Es heißt, es gibt in Deutschland 2 Millionen von uns. Und an vielen Tagen halte ich es nicht aus in mir. Ich werde wahnsinnig und frage mich, wie 2 Millionen Leute diesen Wahnsinn täglich überleben. Aber dann gibt es wieder Zeiten, in denen ich zwar nicht symptomfrei bin, aber es mir trotzdem für unsere Verhältnisse gut geht.
Und in den beiden Zuständen bin ich unfähig, mir vorzustellen, dass es sich wieder ändern könnte. Ich habe mir als Neujahrsvorsatz vorgenommen, zu versuchen, herauszufinden, wie sich ein Leben ohne Krankheit anfühlt.
Ich habe einige Autobiografien, teils ganz, teils Auszüge davon gelesen und mich in einem Forum angemeldet. Ich bin zwar nicht sonderlich aktiv, aber es gibt mir Kraft und Trost, nicht allein damit zu sein.
Kennst du "Auf der Kippe" von Peter Detert?
Das hat mich extrem bestärkt, weil der echt oft komplett am Ende.
Und er hat es hinbekommen!
Er war eine zeitlang Deutschlands meistgesuchter Verbrecher, das Dreckblatt alla "Lass dir deine Meinung bilden" hat einen Artikel "Deutschlands dümmster Selbstmörder" gedruckt und er hat es hinbekommen.
Ich finds wahnsinn, weil es mir Zuversicht gibt, dass man es schaffen kann. Und was mich auch bestärkt, ist die Gewissheit, umbringen kann ich mich immer noch.
Das was ich am Tod früher positiv fand, die Endgültigkeit, bringt mich jetzt eher davon ab, weil sterben werden wir sowieso.
Du dürftest mittlerweile um die 15 Jahre mit der scheiße leben und ich um die 7. Wenn wir uns jetzt umbringen, waren die ganzen Kämpfe umsonst.
Ich stelle es mir frustrierend vor, zu sterben, ohne zu wissen, wie es sich anfühlt, nicht täglich gegen sich zu kämpfen.
Die Julia hat mal gemeint, in 10 oder 20 Jahren wäre die Vorstellung toll, mit unserem Namen so ein Begriff zu sein wie Marsha Linehan. Julia will Psychiaterin werden und ich Kinderpsychologin. Das wäre mein absoluter Traum.
Aber uns ist klar, dass wir gesund sein müssen.
Ich muss immernoch grinsen, von wegen "Was ist der Alptraum eines jeden Therapeuten" aber mittlerweile finde ich, das gesunde und offene Menschen mindestens ebenso viel von uns lernen können, wie wir von ihnen.
Was so den Idealismus, Gerechtigkeit und Einfühlungsvermögen angeht. Julia und ich haben uns vorgenommen, es wirklich zu versuchen. Und wenn wir mal wieder den großen Hass auf uns haben, dann tun wir es dem anderen zuliebe. Weil ich will ohne sie nicht leben und ohne dich auch nicht. Du hast letztes Jahr gesagt, du gibst dir noch ein paar Wochen und wir sind so glücklich gewesen, als du dich wieder gemeldet hast. Lass uns doch ein Anti-Suizid-Trio gründen. ;-) Nein, ernsthaft, wir haben nichts zu verlieren und alles zu gewinnen. Von meinem Gefühl her glaube ich nicht, dass ich es schaffen kann, aber ich habe mir verboten, auf mein Gefühl zu hören, wenn es sagt "Du bist das allerletzte, bring dich endlich um" Und wir sind ja nicht allein. Wie gesagt, diese Autobiografien und Foren machen echt Mut.
Ich hab dich lieb, Stella

1 Kommentar 22.5.10 13:18, kommentieren